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Die Gesichter hinter der Roboter-Revolution Ep. 2

Dezember, 2021

Für das zweite Interview unserer Reihe sind wir [LoB] mit Adrian Litterst [AL] von idealworks zusammengekommen, um eine neue Perspektive auf die Roboterrevolution zu bekommen. Er spricht über Automation Readiness, idealworks und warum eine standardisierte Kommunikation wichtig ist, um Komplexität zu reduzieren.

LoB: Herr Litterst vielen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben für ein Interview. Sie selbst sind Partner Manager bei idealworks. Können Sie sich für unsere Leser einmal vorstellen und etwas über Ihren Hintergrund erzählen?

AL: Besten Dank erst einmal für die Möglichkeit, unser Spinoff idealworks und mich näher vorstellen zu dürfen. Mein Name ist Adrian Litterst, ich bin in der Nähe des schönen Bodensees aufgewachsen und beschäftige mich seit meiner Masterarbeit bei der BMW Group intensiv mit kollaborativer Robotik in der Logistik. Bei idealworks bin ich als Partner Manager unter anderem für die Einbindung von Roboter in AnyFleet zuständig.

LoB: Wie sehen Sie den aktuellen Stand von der Industrierobotik insbesondere von mobilen Robotern in Europa?

AL: Ich freue mich über jeden automatisierten Use Case, bei dem wir Menschen von monotonen, repetitiven Aufgaben befreien können, um diese für noch wertschöpfendere Tätigkeiten zu gewinnen. Durch die mobile Robotik wird diese Entwicklung noch einmal mehr beschleunigt — auch wenn viele Unternehmen noch an ihrer Automation Readiness arbeiten müssen. Angesichts der Entwicklungen der letzten Jahre, bedingt durch den Fachkräftemangel, der Bedrohung der Wettbewerbsfähigkeit etc., ist Automatisierung in meinen Augen keine Kür mehr, sondern eine Pflicht.

LoB: idealworks, als eigenständige Firma, wurde 2020 gegründet und ist damit ein sehr junger Wettbewerber im Markt mobiler Roboter. Was hat Sie an der Vision von idealworks überzeugt?

AL: Da muss ich kurz korrigieren: Wir bieten unser Lösungsportfolio zwar erst seit Ende 2020 auf dem externen Markt an, der Beginn der Entwicklung und die damit verbundene Lernkurve liegt bereits Jahre zurück und hat noch innerhalb der BMW Group vor unserer Ausgründung stattgefunden. Besonders beeindruckt hat mich das ganzheitliche Know-how, von der Hardware in der Halle bis zur übergeordneten Leitsteuerung in der Cloud. Innerhalb der BMW Group haben wir in der Zeit bis zum Launch von idealworks unzählige Erkenntnisse gewonnen und Erfahrungen gesammelt, auf denen wir heute aufbauen können. AnyFleet als zentrales Steuerungssystem für verschiedene mobile Fahrzeuge zur Optimierung des Materialflusses hat mich sofort überzeugt. Ohne eine Lösung wie diese wäre die erfolgreiche Automatisierung von Prozessen in der Intralogistik unmöglich.

LoB: Wir sehen momentan im Markt viele Hersteller, wobei es bei der Hardware innerhalb eines Anwendungsbereiches nur geringe Differenzierungen gibt. Häufig steht auch nicht die Hardware, sondern die passende die Software im Vordergrund. Denken Sie, dass sich vor allem Lösungen durch Software und einer kompatiblen Hardware am Markt behaupten werden?

AL: Absolut — auch unser iw.hub besteht zu einem großen Teil aus standardisierten Industriekomponenten. Entscheidend sind zentrale Bestandteile, wie beispielsweise der Industrie-PC, unser iw.brain. Die Software auf dem Gerät in Kombination mit einer zukunftssicheren übergeordneten Leitsteuerung macht letztendlich den Unterschied auf dem Markt aus. Dabei ist es entscheidend, die Intelligenz des Gesamtsystems sinnvoll auf die übergeordnete Steuerung und den Roboter zu verteilen, um ein skalierbares Anlagenkonzept anbieten zu können. Bei idealworks bieten wir genau das.

LoB: Bereits jetzt finden sich vor allem im DACH-Bereich einige AMR/AGV-Hersteller, welche auf der VDA 5050 aufbauen. Der iw.hub ist ebenfalls mit dieser Schnittstelle ausgestattet und die idealworks “AnyFleet” Leitsteuerung nutzt ebenfalls diesen Standard. Sehen Sie die VDA 5050 in Zukunft als unverzichtbar, nicht nur im DACH- Bereich, sondern auch global?

AL: Die standardisierte Kommunikation zwischen Roboter und Leitsteuerung vereinfacht die Zusammenarbeit mit Partnern ungemein. Wenn auch der Weg zum Standard teilweise mühsam und zeitaufwendig ist: ohne diesen wäre mein Job als Partner Manager deutlich komplexer. Wir müssten uns bei jedem einzelnen Hersteller zunächst auf die Suche nach einem gemeinsamen Grundverständnis begeben. In den USA beispielsweise entwickeln sich andere Standards parallel, das Interesse reicht mittlerweile jedoch weit über das DACH-Gebiet hinaus. Neben VDA 5050 sind somit auch andere Wege denkbar, die für eine Anbindung an AnyFleet dienen können.

LoB: Können Sie beschreiben was die AnyFleet-Software als Tool für die Flotten- Orchestrierung auszeichnet? Spielt dabei die VDA 5050 eine große Rolle im Umgang mit Drittanbieter-Hardware?

AL: Änderungen von Prozessen, Transportwegen oder auch Aufnahme- und Abgabepunkte kommen in der Logistik teils täglich vor. Genau hier kommt einer der größten Vorteile unserer Leitsteuerung AnyFleet in der einfachen Nutzung und Konfiguration zum Tragen, indem der User Änderungen selbstständig und kostenfrei durchführen kann. Derzeit arbeiten wir mit Hochdruck daran, ein breites Portfolio an integrierten Roboter-Typen und IoT-Devices herzustellen, um dem Kunden die Auswahl der passenden Automatisierungslösung zu ermöglichen und zu erleichtern.

LoB: Wie stellen Sie sich die Bedeutung von Robotern in Lager- und Produktionsstätten in Zukunft vor? Welche Rolle soll idealworks in diesem Szenario übernehmen?

AL: Bisher wurde oft lediglich die Automatisierung mit dem größtmöglichen Potenzial umgesetzt. Von einem Rollout zusätzlicher Lösungen wird häufig abgesehen, auch aufgrund fehlender übergreifender Lösungen wie AnyFleet. Um mobile Roboter verschiedener Hersteller im gleichen Bereich betreiben zu können, bedarf es einer Orchestrierung, um einen effizienten Verkehrsfluss, aber auch eine Kollaboration zwischen den Robotern, zu ermöglichen. Bei idealworks blicken wir gespannt in die Zukunft und freuen uns auf die gemeinsame Reise mit unseren Kunden und Partnern.

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